Aktuelles

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NEU: Mitteilungsblatt 2025
Protestschreiben zum Polizeieinsatz am Peršmanhof
Käthe Sasso ist verstorben
Neue Website! www.dieverleugneten-vevon.de
Neues Buch! Brüchiges Schweigen. Tod in Ravensbrück. Auf den Spuren von Anna Burger


Das Mitteilungsblatt 2025 (erschienen März 2026)
steht zum Download bereit:

2025

pdf Mitteilungsblatt 2025 (veröffentlicht März 2026)

Aus dem Inhalt:
Geburtsort Ravensbrück /Gedenkzeichen für politische Häftlinge / Edition VideoArchiv Ravensbrück (Aufarbeitung des Archivbestands) / Das Leben deportierter Lesben darstellen / Preisverleihung für die Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen / Vilma Steindling. Eine jüdische Kommunistin im Widerstand / Ein Romadenkmal im Herzen der Republik u. v. m.

 
ebenfalls in Form von Downloads verfügbar:
Online-Sammlung der Mitteilungsblätter der ÖLGRF
(Auswahl ab 1957, vollständig ab 2005)


Protestschreiben zum Polizeieinsatz am Peršmanhof
Der Peršmanhof, ein kleiner Bergbauernhof im Südkärntner Bad Eisenkappel, ist ein historischer Erinnerungs- und Gedenkort. Während der Nazi-Herrschaft war er ein zentraler Stützpunkt für die Partisan*innen. Diese fanden dort einen Unterschlupf und organisierten ihren Widerstand gegen die NS-Diktatur. Schließlich ermordeten NS-Schergen am 25. April 1945 an diesem Ort zwei Familien der slowenischsprachigen Volksgruppe in Kärnten, darunter sieben Kinder im Alter von ein bis zwölf Jahren.
Seit 1982 ist der Peršmanhof die zentrale NS-Gedenkstätte und Museum der slowenischen Volksgruppe.

Partisanendenkmal am Peršmanhof

Am 27. Juli fand 2025 fand auf diesem Gehöft ein völlig unverhältnismäßiger Polizeieinsatz gegen ein dort laufendes, antifaschistisches Bildungscamp (organisiert vom Klub slovenskih študentk*študentov na Dunaju/Klub der slowenischen Studierenden in Wien /KSŠŠD) statt. Die Polizei rückte mit Verfassungsschutz, Hubschrauber und Hundestaffel an und führte eine Hausdurchsuchung durch, alles unter dem Vorwand angeblicher Verwaltungsübertretungen.
Dies ist eine gedenk-und demokratiepolitisch inakzeptable Vorgangsweise und wurde im In-und Ausland mit großer Irritation und Bestürzung als politisch motivierter Übergriff wahrgenommen. Die Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen hat aus diesem Grund ein Protestschreiben verfasst, gerichtet an den Bundespräsidenten, den Kärntner Landeshauptmann und den Bundesinnenminister, in dem sie ihre Empörung zum Ausdruck bringt und Aufklärung dieses Skandals fordert.

Der vollständige Inhalt dieses Briefes steht als als Download zur Verfügung.
pdf  Protestschreiben der ÖLGRF zum Polizeieinsatz am Peršmanhof
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>>> zur Website der Gedenkstätte Peršmanhof


Die österreichische Widerstandskämpferin und Ravensbrück-Überlebende Käthe Sasso ist verstorben

Katharina SASSO, geb. Smudits
18. März 1926 – 14. April 2024
Katharina „Käthe“ Sasso ist das Kind einer Wiener Arbeiterfamilie, zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung besuchte sie gerade die Handelsschule. Nach dem Tod ihrer Mutter übernahm sie als 15-Jährige deren illegale politische Arbeit im Rahmen des kommunistischen Widerstands. Am 21. August 1942 wurde Käthe Sasso verhaftet, Anlass war die Unterstützung von Fallschirmagenten. Nach vier Monaten im Polizeigefängnis Roßauer Lände, davon mehrere Wochen in Einzelhaft, wurde sie in die Schiffamtsgasse überstellt, von dort nach knapp eineinhalb Jahren im April 1944 ins Arbeitserziehungslager Oberlanzendorf verschickt. Am 10. September 1944 erreichte sie das Konzentrationslager Ravensbrück, wo sie als Häftling Nummer 72572 weitere acht Monate verbringen musste. Auch ihre spätere Schwiegermutter, Anna Sasso, war in Ravensbrück inhaftiert. Käthe Sasso gelang am Evakuierungsmarsch nach Bergen-Belsen am 28. April 1945 die Flucht und kehrte nach Wien zurück. Sie war Mitbegründerin der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück. Über viele vielen Jahrzehnte hinweg setzte sie sich besonders dafür ein, das Gedenken an die WiderstandskämfperInnen aus Wien wach zu halten und würdig zu begehen. Daher war ihr der Ehrenhain für die WiderstandskämpferInnen der „Gruppe 40“ am Zentralfriedhof ein besonderes Anliegen. Während der NS-Herrschaft wurden auf diesem Areal die WiderstandskämpferInnen in einem Massengrab verscharrt.
Nach dem Krieg lebte Käthe Sasso bis zu ihrem Tod im burgenländischen Winzendorf in der Nähe von Wien.

Käthe Sasso mit der Sekretärin der OELGRF Hannelore Stoff währendi eines Besuchs in Winzendor © 2017 Bernadette Dewald

Mit einer jungen Aktivistin der Ravernsbrückerinnen bei der Jahresabschlussfeier des Vereins 2017. © Hanneslore Stoff

Mit Inge Fiedler (Tochter der Ravensbrück-ÜberlebendenIda Huttary), Bernadette Dewald und Tina Leisch bei der Jahresabschlussfeier des Vereins 2017. © Hanneslore Stoff

Käthe Sasso spricht in hohem Alter bei der Entüllung des Gedenksteins für die Widerstandskämpferin Hanna Sturm am 28. 5. 2022 in Klingenbach / Klimpuh © Hannelore Stoff.

Anlässlich des Todes von Käthe Sasso sind zahlreiche Artikel und Kurzportraits erschienen, die ihr Leben und ihre unermüdliche Arbeit gegen ein Wideraufflammen des Nationalsozialismus würdigen – hier eine Auswahl:
https://www.derstandard.at/story/3000000215880/widerstandskaempferin-und-zeitzeugin-kaethe-sasso-gestorben
http://www.talktogether.org/index.php?option=com_content&view=article&id=492:kathe-sasso-eine-jugend-im-gefaengnis-und-im-konzentrationslager
https://www.denkmalwien.at/zeitzeuginnen/kaethe-sasso-geb-1926-0
https://oe1.orf.at/artikel/207369/Der-Kampf-um-die-Erinnerung


Neue Website! www.dieverleugneten-vevon.de

Im Jänner 2023 fand der Gründungskongress von „Vevon – Verband für das Erinnern an die verleugneten Opfer des Nationalsozialismus e.V.“ in Nürnberg statt. Seit Kurzem ist die Website des Verbands online: www.dieverleugneten-vevon.de

Besonders spannend zu lesen ist die Entstehungsgeschichte dieses Verbands, der in der deutschen und österreichischen Nachkriegsgeschichte einmalig ist – denn erstmals haben Nachkommen jener Menschen, die von den Nazis als „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ diffamiert worden sind, eine Selbstorganisation geschaffen.

Bei der Gründungsversammlung im Jänner 2023 war auch Siegrid Fahrecker anwesend, Enkelin der in Ravensbrück ermordeten Anna Burger, Aktivistin der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen und Delegierte zum Internationalen Ravensbrück-Komitee.


„Brüchiges Schweigen. Tod in Ravensbrück – auf den Spuren von Anna Burger“ im Handel erhältlich

Seit Mitte April 2023 liegt „Brüchiges Schweigen. Tod in Ravensbrück – Auf den Spuren von Anna Burger“ in den Buchhandlungen auf!
Anna Burger wurde im Dezember 1943 im Alter von 30 Jahren im KZ Ravensbrück mittels einer Giftinjektion ermordet. Die Biografie zeigt auf, wie rasch jemand in die nationalsozialistische Verfolgungsmaschinerie geraten konnte, wie unerbittlich die damals geltenden rechtlichen wie sozialen Normen durchgesetzt wurden und wie tragisch ein als wertlos eingestuftes Leben enden konnte.Wie gehen die Kinder, Enkel:innen und Urenkel:innen mit einem derartigen Schicksal um? Wissen sie über Leben und Tod von Anna Burger Bescheid, und was wissen sie konkret? Wollen sie überhaupt wissen? In Brüchiges Schweigen werden das Leben und der frühe Tod einer im Nationalsozialismus als »asozial« gebrandmarkten Frau mit der späteren Spurensuche einzelner Familienmitglieder, insbesondere jener der Enkelin Siegrid Fahrecker, in Beziehung gesetzt. Generationengedächtnis, familiäre Tradierung und Sekundärtraumatisierungen sind daher weitere zentrale Themen des Buches.

Anlässlich der Veröffentlichung sind auch ein sehr schönes Interview mit Siegrid Fahrecker, Anna Burgers Enkelin und Initiatorin des Buchprojekts, sowie ein ausführliches Gespräch über das Thema „Asoziale“ als verleugnete NS-Opfer“ mit der Buchautorin Brigitte Halbmayr auf der ORF-Seite ORF TOPOS erschienen.

Buchcover: BRÜCHIGES SCHWEIGEN

ISBN/EAN978-3-99136-013-1
Buch kartoniert, Paperback
Klappeinband
Erscheinungsdatum 15.04.2023
170 Seiten
Sprache: Deutsch